Trau, schau, wem
Berlin, 7. Oktober 2010. Eigentlich ist das ein ganz normaler Vorgang: Eine Requisiteurin kauft eine Waffe. Weil es sich bei der Maschinenpistole, die Silvie N. für die internationale, u.a. in Berlin, Zürich und Bukarest gezeigte Theaterproduktion Die letzten Tage der Ceausescus erwarb, allerdings um eine echte Kalaschnikow AK-47 handelte, wurden sie und der Militaria-Händler Stefan H. wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt.
Wie die tageszeitung nun meldet, wurde Silvie N. vor dem Amtsgericht Tiergarten freigesprochen: Sie konnte eine Quittung vorlegen, die das Ausleihen einer Softair-Waffe bestätigte. Der 32-jährige "Kostümverleiher" jedoch, der versehentlich die echte Kalaschnikow besorgte, muss eine Geldstrafe von 2.250 Euro (90 Tagessätze) zahlen.
Dieses Nachspiel war nicht die einzige juristische Auseinandersetzung, mit der sich die Theaterproduktion konfrontiert sah: Im Februar hatten Ceausescu-Erben wegen des unerlaubten Gebrauchs von Namensrechten geklagt.
(taz / geka)
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