Im Land der krachenden Gartenzwerge
von Andreas Schnell
Bremen, 7. Februar 2014. Dass dieses Projekt dem manchmal wohlfeil wirkenden Gedanken geschuldet wäre, das Publikum mit der Bühnenfassung eines erfolgreichen Films zu einem erfolgreichen Buch zu locken, lässt sich wirklich nicht behaupten. Den Stoff, den Oskar Roehler in seinem Roman "Herkunft" und später in dem Film "Quellen des Lebens" ausgebreitet hat, hat schon sein Autor selbst kaum in den Griff bekommen – auch weil es eben keineswegs "ein Stoff" ist, sondern, erstens, eine Zeitgeschichte der Bundesrepublik Deutschland mit Nazi-Opas, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Studentenrevolte, dem geteilten Berlin. Zweitens eine Familiensaga mitsamt zornbebender Abrechnung mit den eigenen Eltern, wovon das Kreisen um die eigenen Traumata und der Versuch, "endlich zu leben", wiederum ein eigenes Buch wäre.